Nach einem erfüllten, arbeitsreichen Leben verstarb in der Nacht zum Freitag, den 10. April 2026 „unser“ Alois im Alter von 90 Jahren.
Einer der letzten Sätze, die er zu mir sagte, als ich ihn drei Wochen vor seinem Tod besuchte, waren:
Oje, man könnte ein Buch schreiben, was man in den 90 Jahren alles erlebt hat.
Körperlich sehr schwach, aber geistig total auf der Höhe, begann er dann zu erzählen. Und über eine Stunde lang haben wir dann vieles Revue passieren lassen, was sich in Sachen „Tischtennis“, aber auch in seiner Familie, seinem Beruf und Weinbaubetrieb ergeben und ereignet hat.
Er hat mir noch einmal von seiner Kindheit erzählt, den Kriegsjahren und den damit verbundenen Belastungen.
Fast zwei Jahre hatten wir, damals acht, neun Jahre alt keine richtige Schule. Und als dann dieser verdammte Krieg endlich zu Ende war, dann ging es nach einiger Zeit langsam aber stetig aufwärts.
Weiter erzählte er mir, wie er in dem ersten Burrweilerer Tischtennisverein den Spaß an der Platte gefunden hat.
Ehrgeiz, Fleiß, das „dazu lernen“ und das erfolgreich sein prägten dann die Jugendjahre. Bei seinem Freund Herbert Messmer erlernte er damals sehr viel, was er sich zu Nutzen machte, seinen eigenen kleinen Weinbaubetrieb aufzubauen und nach und nach größer und erfolgreich zu machen.
Sehr viel Fleiß und seine dann kennengelernte Ehefrau Hildegard waren dann Wegbegleiter in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Sportlich gehörte ich damals zu den besten Tischtennisspielern der Pfalz, und es war nicht selbstverständlich, dass der Otto Wind und ich aus der obersten Pfälzischen Liga den Schritt wagten, in Burrweiler, 1960, einen neuen Tischtennisverein zu gründen und ganz von unten anzufangen.
Aber es ging schnell aufwärts und mit den Erfolgen im Beruf, sportlich und in der Familie war das eine tolle Zeit. Nachdem nach und nach unsere Kinder Martina, Theo und Stefanie auf die Welt gekommen sind, war das Glück bei aller Mühe und Arbeit vollkommen.
Ja Hans, so gingen die Jahre dahin und dann seid ja schon ihr dazu gestoßen…
Es waren goldene Jahre. Was haben wir auch gefeiert.
Die Abende der „Kerwe“ in unserem Hof…
Alois, Alois, mach nicht zu, klang es manchmal weit nach Mitternacht aus den weinseligen Kehlen.
Und du weißt ja selbst, auch im Tischtennis haben wir uns als TTC Burrweiler recht bald einen Namen in der Pfalz gemacht. Auch hatten wir dann eine erfolgreiche Damenmannschaft, in der auch Martina und Stefanie spielten.
Nach dem 25-jährigen Vereinsjubiläum 1985 war dann auch alsbald meine Zeit als erster Vorsitzender zu Ende.
Ja Alois, du hast aber dann immerhin noch über 10 Jahre in der zweiten und dritten Mannschaft erfolgreich weitergespielt und hattest dann auch als Gerhard Stolz und dann später ich dem Verein vorstanden ein offenes Ohr, wenn es Probleme etc. gab.
Erst 1995 haben wir dann deine erfolgreiche und lange Tischtennislaufbahn bei deinem Abschiedsspiel in der ersten Mannschaft gewürdigt und gefeiert, ergänzte ich ihn.
Ja Hans, das war dann das Kapitel Tischtennis.
Eine Pause in unserer Unterhaltung… die ich nutzte um ihm auch nochmals zu versichern, dass wir damals, die „jungen Wilden“, ihn nicht nur an der Tischtennisplatte als Vorbild gesehen haben, sondern er uns auch den Weg gezeigt hat, dass man durch Fleiß und Anstand im Leben viel erreichen kann.
Spielregeln, Kameradschaft, Fairness, aber auch Respekt und ein Gewisses an Autorität haben wir uns abgeschaut und beherzigt.
Und Alois, einer deiner legendären Sprüche, die ich zigmal gehört habe, war:
„Die Hildegard und ich, wir fahren jetzt auch in den Urlaub. Wir fahren in die Berge. In die Weinberge …“
Ja Hans, die Weinberge, das war meine Welt. Und ich danke Gott, dass ich das so lange machen durfte.
Jetzt ist Schluss, jetzt geht nichts mehr. Aber ich bin zufrieden. Ich werde gut versorgt. Meine Familie, meine Kinder und ihre Familien sind für mich da.
Und sag im Tischtennis allen einen lieben Gruß von mir…
Hopp Alois, jetzt gehe ich auch wieder heim. Ich besuche dich mal wieder.
So machen wir es Hans…
Ein letzter Blick, ein letztes: Auf Wiedersehen.
In der Geschichte des TTC Burrweiler wird dem Alois immer ein Ehrenplatz sicher sein.










Lieber Hans, das hast du super und vortrefflich geschrieben. Ein herzliches Dankeschön.
Gruß Gertrud und Adolf