TTC Burrweiler 1960 e.V.

Berüchtigt und fast gehängt

Zum vorgezogenen Spitzenspiel der 2. Pfalzliga Ost trafen sich der TTC Oppau II und der TTC Burrweiler zum Spitzenspiel im wilden Osten.

Austragungsort zu diesem Duell, wie könnte es besser sein, der Saloon von Oppau. Eine zweckdienliche, enge und laute Halle erwartete uns. Schon beim Eintreten strömte uns eine warme Brise aus Männergeruch und Angst entgegen. Die Angst rührte sicherlich noch vom Fehlschlag aus dem Hinspiel, wo man keinen Punkt mit nach Hause nehmen durfte. Doch Oppau hatte sich heute besser vorbereitet – angestaubte Tische, abgewetzte Bodendielen, schummerndes Gaslicht, zwei neue Greenhorns für das hintere Paarkreuz und gut polierte Schießeisen. Aber auch Burrweiler hatte einiges zu bieten. In den Doppeln mit den altbekannten Revolverhelden Manuel the Kid und Glücksspieler Torge Doc Holiday, dem Marco Dalton Bruder eins und Black Bart Christoph sowie Dalton Bruder zwei Martin und Robin Wyatt Earp. „Yee-haw – Los geht’s !!!“.

Unser Doppel eins hatte mit den Gegnern Kirrstetter/Tröger nur in einem Satz lang Schwierigkeiten. Zu zielsicher waren Torge und Manuel mit ihren Schießeisen. Insbesondere Torge hatte sein rotes Prunkstück, die doppelte Derringer, noch einmal auf Hochglanz poliert. Doppel zwei wie immer gut dabei und zum Ende eines jeden Satzes mit Nerven und einigen Fehlladungen bei den Feuerwaffen. Doppel drei gegen die beiden Greenhorns von Oppau auch nur einen Satz Fehlzündungen in Colt und Hinterlader – nach den Doppeln 2:1 Einschusslöcher für Burr.

Die Einzelduelle standen an, die wohl spannendste Disziplin, wenn sich die Männer auf sehr kurzer Distanz von 9 Fuß gegenüberstehen. Oppaus Nummer eins Bußer gegen Glücksspieler Torge. Doch es war ein ungleiches Duell. Torge konnte mit seiner doppelten Derringer nichts machen. Zu präzise und zielsicher waren die Attacken des Gegners. Mal links am Ohr, mal rechts an der Hüfte zischten die Einschläge vorbei. Das Ende kam schnell und schmerzlos – 0:3 – und nunmehr 2:2 Einschusslöcher. Anschließend Manuel the Kid gegen Kirrstetter auf wesentlich besserem Posten. Der Duellplatz in einem hervorragenden Zustand, konnte Manuel von seinem Pferd aus neben der Feuerwaffe, ein ums andere Mal auch das Lasso zum Einsatz bringen und Kirrstetter in einem einseitigen Duell mit 3:0 bezwingen – 3:2 Einschusslöcher für Burr. Es folgte unsere problematische Mitte mit Dalton eins und Black Bart. Es kam wie es einmal kommen musste, die Feuerwaffen nicht ausreichend gepflegt, Schwarzpulver- und Bleirückstände im Lauf und Rost am Abzug führten zu haarsträubenden Fehlschüssen. Das allerschlimmste ereilte uns – 4:3 Einschusslöcher gegen Burr. Aber jetzt konnte wenigstens unser hinteres Paarkreuz aus Dalton Bruder Martin und Robin Earp zeigen, ob sie vergangene Woche entsprechendes Ziel (Feuer-) wasser getrunken hatten. Die Revolver hoch an der Hüfte getragen, schritten sie zu den anstehenden Duellen mit den Greenhorns aus Oppau. Doch schon nach wenigen Bällen mussten beide erkennen, dass manchmal auch Greenhorns besser als Outlaws sein können. So war es denn nach hart umkämpften Sätzen nicht verwunderlich, dass Martin ohne Nugget da stand und Robin verdammtes Glück und Geschick in der entscheidenden Phase des letzten Satzes zeigte - 5:4 Einschusslöcher gegen Burr.

Mittlerweile stand die Sonne über dem Saloon am höchsten Punkt, die Luft flimmerte und die Nerven waren zum zerreißen gespannt. Staubtrockene Luft an den Platten, die Zunge klebte am Gaumen oder auf den Dielen des Duellplatzes, der zweite Durchgang konnte beginnen. Doch er begann gar nicht gut für Burr. Manuel the Kid komplett außer Rand und Band. Als der Cowboyhut zu tief im Gesicht und die Stiefel ein ums andere Mal aus dem Steigbügel gerutscht waren, war es auch schon vorbei - 6:4 Einschusslöcher gegen Burr. Mittlerweile wurde es eng, wir baumelten schon fast am berüchtigten Galgen. Nun konnte Torge zeigen, ob er wenigstens eines der Duelle für sich entscheiden kann. Und so kam es dann auch, das rote Halstuch umfunktioniert zum Stirnband und die Lederhose zurechtgerückt, besann er sich auf seine Stärken und blockte die Schüsse ein ums andere Mal ab, so dass Kirrstetter in die Abendsonne reiten konnte - 6:5 Einschusslöcher gegen Burr. Was dann folgte, grenzt schon an die ganz großen Duelle im Wilden Westen. Es folgten drei sensationelle Duelle zu unseren Gunsten. Erst Marco Dalton Bruder eins mit seinem Remington gegen Sattel. Den Schaft fest im Klammergriff trommelte er ein ums andere Mal seine berüchtigte Vorhand auf die gegnerische Seite. Sattel mit Staub im Gesicht, konnte nur noch zuschauen. Auch Black Bart Christoph machte es hervorragend. Aufgrund des akuten Wassermangels ließ er Tröger die ersten Sätze kommen, um dann zum Ende hin gnadenlos von seiner körperlichen Robustheit zu zehren - 7:6 Einschusslöcher für Burr. Es wurde eng, verdammt eng, so eng wie bisher noch kein Spiel in der gesamten Runde für den TTC Burrweiler war. Mittlerweile war es draußen dunkel geworden, in der Ferne heulten die Kojoten und man roch Lagerfeuer.

Dalton Bruder zwei und Robin Earp waren an der Reihe. Robin hatte in der Zwischenzeit aufgerüstet auf einen Doppelholster umgeschnallt. Hiermit konnte er noch treffsicherer und schneller agieren, was ihm auch gelang - 8:6 Einschusslöcher für Burr, ein Unentschieden hatten wir bei diesen extrem schwierigen Bedingungen somit schon sicher, doch wir wollten natürlich den Sieg. Dalton Bruder Martin konnte hier allerdings nichts mehr beitragen, körperlich angeschlagen, sah man ihm die ersten Duelle der vergangenen Tage merklich an. Hüfte, Knie und insbesondere die Schulter strahlten Schmerzen aus - 8:7 Einschusslöcher für Burr. So ging es in das abschließende Duell des Abends. Glücksspieler Torge und Manuel the Kid gegen das Top Doppel aus Oppau Bußer und Sattel. Doch wie sollte es anders sein, mit gezinkten Karten konnten unsere beiden Glücksspieler mit Netz und Kantenbällen erfolgreich punkten - 9:7 Einschusslöcher für Burr. Ein grandioser Sieg, der zeigt, dass auch alternde Revolverhelden niemals zu unterschätzen sind. Zum krönenden Abschluss wurde noch bei Feuerwasser und Bohnen, Dörrfleisch, Bratkartoffeln und Steaks bis spät in den nächsten Morgen gefeiert.

 

Adiós Muchachos! Wir freuen uns auf die nächsten Duelle mit euch – bis zur nächsten Saison.

 

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